Schlagwortarchiv für: Vollmondmeditation

Lesedauer 4 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Es wird Frühling. Langsam erwacht die Natur und die in der winterharten Erde gereiften Samen beginnen aufzugehen. Die Geistige Welt zeigt sanft, und ohne großes Aufsehen, ihre herrliche Farbenpracht, die aus dem Braun und Ocker der Erde hervorquellt. Diese Pracht ist für alle da! Es wird kein Unterschied gemacht und die Menschheit kann sich wie Eins fühlen in dem kindlichen Bestaunen dieses Wunders.

Lass die folgenden Zeilen wie Musik durch Deine Seele ziehen und dann wie Medizin in Dir wirken, während Du einen Baum betrachtest, der sich Dir in seiner Blütenpracht zu zeigen beginnt:

Mir war’s, als hätt der Himmel die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer von ihm nur träumen müsst.

Ein Hauch weht durch die Felder, die Ähren wogen sacht,
Es rauschen leis die Wälder, so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele breitet weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.

(Eichendorf)

 

Die Fastenzeit ist vorbei. Ein neuer Monat bricht an. So lasst uns gemeinsam am 30.4.2026 von 21 bis 22 Uhr still werden.

Zu diesem Anlass möchte ich mit Euch eine Geschichte über den wahren Reichtum in dieser Welt teilen:

Es war in einem kleinen Lebensmittelladen, wie es ihn nur noch selten gibt. Herr und Frau Müller führten ihn, diesen kleinen Krämerladen, wie man so schön sagt. Ich wollte Äpfel kaufen aber mich sprachen die herrlich rot glühenden Kirschen an. Vor denselben stand ein kleiner Junge, abgemagert und ärmlich gekleidet – mit Löchern in der Hose – aber trotzdem reinlich. Hungrig und sehnsüchtig beäugte er die frisch gepflückten Kirschen. Da wurde ich Zeuge des folgenden Gespräches zwischen Herrn Müller und dem kleinen Jungen: 

“Hallo, Johann, wie geht es Dir heute?“

„Gut, danke, ich mag diese roten Kirschen, sie sehen so lecker aus.“

„Sie sind auch lecker. Wie geht es Deiner Mama?“

„Fein, sie wird jeden Tag etwas kräftiger.“

„Gut, kann ich Dir irgendwie helfen?“

„Nein danke, ich schau sie mir nur an.“

„Möchtest Du welche mit nach Hause nehmen?“

„Nein, danke, ich habe nichts zum Bezahlen.“

„Hm, was kannst Du mir für diese Kirschen anbieten?“

„Alles, was ich habe, ist eine bunte Murmel.“

„Ja? Zeig mal“, sagte Herr Müller.

„Hier, sie ist etwas ganz Besonderes“, sagte Johann.

„Das sieht man. Hm, das einzige ist, dass sie blau ist und ich mag lieber rote. Hast Du solch eine in rot zuhause?“

„Vielleicht…“

„Ich schlage Dir vor: nimm dieses Kilo Kirschen mit nach Hause und wenn Du das nächste Mal hier vorbei kommst, dann zeigst Du mir die rote“, bot Herr Müller dem Jungen an.

Sicher, vielen Dank Herr Müller.“

Frau Müller, die in der Nähe des Geschehens stand, kam zu mir, um mich zu bedienen. Mit einem Lächeln sagte sie: „Es gibt da noch zwei andere noch ärmere Jungen in unserer Gemeinde. Sie sind alle drei wirklich sehr arm. Mein Mann liebt es, mit ihnen um Kirschen, Äpfel, Tomaten und Lebensmittel zu handeln. Wenn sie mit der roten Murmel zurückkommen, und das tun sie wirklich immer, dann entscheidet er sich doch gegen rot, gibt ihnen ein paar Lebensmittel für zuhause und bittet sie, das nächste mal eine grüne Murmel mitzubringen.“

Was für eine schöne Geste; ich verließ lächelnd den Laden.

Mehrere Jahre gingen vorüber.

Eines Tages hörte ich, dass Herr Müller gestorben war. Seine Leiche war aufgebahrt und man konnte von ihm Abschied nehmen. So beschloss ich in Erinnerung dieser kleinen, schönen Begebenheit, dorthin zu  gehen.

Erstaunlicherweise standen viele Menschen in dem schön geschmückten Raum und vor mir in der Reihe derer, die von ihm Abschied nehmen wollten, standen drei junge Männer. Einer trug eine Marineuniform und die anderen beiden hatten schwarze Anzüge mit weißen Hemden an —sie sahen alle drei sehr professionell aus. Sie näherten sich zurückhaltend Frau Müller, die gefasst aber lächelnd am offenen Sarg ihres  Mannes stand.  Jeder von ihnen umarmte und küsste sie auf die Wange und sagte ein paar liebe Worte, dann gingen sie zu dem offenen Sarg. Ihre sanften, blauen Augen folgten ihnen, jeder junge Mann blieb kurz stehen und legte seine warme Hand über die erkalteten Hände im Sarg. Jeder von ihnen wandte sich tief berührt von dem Leichnam ab und wische sich über die Augen.

Als ich an der Reihe war sprach ich Frau Müller mein Beileid aus und erinnerte sie an die Freude ihres Mannes damals, als er mit den kleinen Jungen um Murmeln handelte. Mit strahlenden Augen nahm sie mich an der Hand und führte mich zum Sarg.

„Diese drei jungen Männer, die gerade gegangen sind, waren die drei Jungen von damals. Sie haben mir gerade erzählt, wie sehr sie sich über die Dinge gefreut hatten, die mein Mann mit ihnen gehandelt hatte. Nun, endlich, da er seine Meinung über die Farbe oder Größe nicht mehr ändern konnte, waren sie gekommen, um ihre Schulden zu bezahlen.

Wissen Sie, wir sind nie reich gewesen, aber jetzt muss ich Ihnen sagen, würde sich mein Mann für den reichsten Menschen der ganzen Stadt halten.“

Mit einer sanften Geste hob sie die leblosen Finger ihres Mannes an und drei wunderschöne rot leuchtende Murmeln kamen zum Vorschein.

Das Leben wird nicht an den Atemzügen gemessen, die wir geschenkt bekommen, sondern an den Lebensaugenblicken voller Würde, die uns den Atem nehmen.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Frühling und ein paar Lebensaugenblicke voller Würde, die euch den Atem nehmen.

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

lasst uns am Montag, den 12. Mai von 21 bis 22 Uhr still werden und die wundersame Kraft des Frühlings bewundern, der uns einen Eindruck von der außergewöhnlichen Schönheit der Geistigen Welt schenken kann.

Wir können diese sich uns offenbarende Kraft nutzen, um unsere Mittlerrolle zwischen Himmel und Erde zu kontemplieren. Die Blütenpracht der Bäume ist wie eine stille Botschaft aus der Geistigen Welt, um die Erde und die darauf lebenden Menschen an ihre Existenz zu erinnern.

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So werde still, entspanne Dich und visualisiere einen in Blüte stehenden Baum. Schau Dir genau die Formen und Farben an, die Du innerlich siehst. Dann beginne Dich auf nur eine einzige Blüte zu konzentrieren und stelle sie Dir in Deinem Herzen vor.

Sieh sie Dir genau an und studiere sie bis in das kleinste Detail. Dann stelle Dir die Kraft und die Schönheit dieser Blüte vor. Stell’ Dir vor, Du bist diese Kraft, diese Schönheit – nicht die Blüte selbst, sondern das, was sie zur Blüte macht. Stell’ Dir vor, wie Du nach einer langen kalten Winterzeit in Deinem Leben aufzublühen beginnst in all Deiner herrlichen Pracht. Verbinde in Deiner Vorstellung diese Kraft, die Du bist, mit dem zeitlosen Strom des Fließens Deiner Atmung in Deiner Wirbelsäule und beobachte dort, wie dieser eine Strom von Atmung, Prana, Bewusstsein, Kraft und Schönheit Deine Wirbelsäule erfüllt von der Krone im Kopf bis zum Ende der Wirbelsäule und wieder hinauf.

Sobald Du diese Vorstellung empfinden kannst, gehe in das Zentrum Deines Herzens, einen von Licht erfüllten Raum, und werde dort ganz still. Wenn Dein Geist wandern will, dann erlaube ihm, den Klang des Mantrams hervorzubringen und beginne, diesem Klang zu lauschen. Das mache solange, wie Du magst, und gehe dann so aus der Übung heraus, wie Du in sie hinein gegangen bist.

Ich wünsche Dir eine erholsame, stille Stunde

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

P.S.:


Input von Wolfgang kannst Du über diese Online-Veranstaltungen auf unserem Agni Online Portal bekommen:

Lesedauer 5 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Freunde,

am 1. August leuchtet der Vollmond am wolkenbedeckten Himmel und lädt uns ein, von 21 bis 22 Uhr still zu werden, durch die 7 Schritte zu gehen und dann vom Herzzentrum aus die Meditation des Zentrums des Bewusstseins zu beginnen. Ich werde diese Kontemplation von Swami Rama aussprechen und Du kannst sie Dir auf YouTube anhören, wenn Du möchtest.

Direkte Meditation auf das Zentrum des Bewusstseins

Sitze in deiner Meditationshaltung mit aufrechtem Kopf, Nacken und Oberkörper – lass deinen Körper ruhig, stabil und absolut still werden.

Wandere durch deinen Körper vom Kopf bis zu den Zehen und lass jede Muskelspannung los – lass jede Spannung los, die du finden kannst … lass jede Anspannung mit dem Atem abfließen … beobachte nun den Atem in Verbindung mit dem Heben und Senken des Zwerchfells … lass den  Atem ruhig, tief, langsam, sanft, gleichmäßig und ununterbrochen fließen …

Lass den Atem den ganzen Körper auf diese Weise durchströmen – vom Scheitel bis zu den Zehenspitzen, und von den Zehen bis zum höchsten Punkt des Kopfes …

Nehme nun das Energiefeld des Körpers wahr – spüre die Lebendigkeit des Körpers – dieses Feld ist das Tor zur inneren Präsenz – dieses Feld ist das Tor zur inneren Gegenwart ! – Werde eins mit ihm, verschmelze mit dieser Lebendigkeit, der Energie dieser Lebendigkeit …

Wenn dein Guru Mantra erscheint, lass es da sein, lass es kontinuierlich im Hintergrund pulsieren, während du dich entspannst und lass es dich in die Stille führen, in die reine Stille …

eine Stille, die absolut still ist,
eine Stille, die reine, bewusste Präsenz ist
eine Präsenz, die nur als Das…. beschrieben werden kann
als ob der gesamte unendliche innere Raum pulsiert und lebendig ist –
sich des unendlichen Raumes bewusst werden….
als ob der Raum in einem Raum des reinen Bewusstseins ist – reine bewusste Präsenz….
als ob dieser Raum den gesamten Inhalt des Raumes enthält und doch unberührt bleibt von seiner Präsenz… der gesamte innere Raum ist reines Bewusstsein, reine bewusste Präsenz, enthält den Inhalt des Verstandes und des Egos, des kleinen Selbst – und bleibt doch unberührt von ihm…
ein Nichts, ein Raum, eine Leere des reinen Bewusstseins – und doch ein Nichts, das etwas ist…
Leere, die Fülle ist – eine Fülle von unbegrenztem Potential…

Wiederhole innerlich die einleitenden Worte der Isha Upanishad:

Fülle im Einen, Fülle in den Vielen,
aus der Fülle des Einen fließt die Fülle des Vielen,
von der Fülle wurde die Fülle genommen –
und doch bleibt die volle Fülle.

Entdecke die Macht und Gegenwart des ewigen Jetzt! Diese Gegenwart erscheint manchen Menschen als ein sanftes, strahlendes, weißes oder goldenes Licht … Und wenn der Geist still genug ist, kann man ein kontinuierliches Flüstern hören – das Flüstern eines Strahls reinen Wissens und reiner Gewissheit aus der Geistigen Welt, aus der Quelle allen Seins – das ist die Stimme des Inneren Lehrers, der inneren Lehrerin – die sanfte Liebkosung eines ununterbrochen fließenden Stroms der Glückseligkeit.

Das ist der innere Geliebte … Liebe flüstert … manche nehmen auch ein subtiles Hintergrundgeräusch im rechten Ohr wahr – manche werden von Klängen und manche von Licht begleitet … es kann sein, dass stille Gedanken, Bilder oder Gefühle weiterhin im inneren Raum des Geistes auftauchen – lass sie los und treibe weg wie Wolken am Himmel …

Die Präsenz, das Gewahrsein, die Leerheit wird zum Vordergrund, Gedanken werden zu einem entfernten Geräusch im Hintergrund, so dass sie das gegenwärtige Sein nicht mehr stören.

Sollte sich auch nur ein Hauch von Aufregung oder Ablenkung in diese stille Leere mischen, lass dein Guru Mantra erklingen – und kehre von dort aus in die Stille zurück.

Bewege dich innerlich hin und her zwischen dem Pulsieren deines Mantras und der Stille, bis die Präsenz der Stille stabil ist … erhebe dich in DAS, in absolute Stille, in absolutes Gewahrsein – ruhe in Frieden, in totalem Frieden, in Frieden jenseits von allem …

Stille – Gewahrsein – Präsenz – Frieden … reines Sein.

Nun werde Dir bewusst wie Du alles hervorbringst als Subjekt. Und erkenne nun dein Mantra als Objekt der Konzentration, das Du als Subjekt benutzt.

Bring es sanft und langsam zurück an die Oberfläche deines Geistes. Verbinde es mit dem Atem – Atem und Mantra fließen zusammen, wie aus einer gemeinsamen Tiefe, fließen zu den Nasenlöchern, ein und aus … Versuche, die Stille und das Mantra aufrechtzuerhalten …

Während Du nun die Hände zu Schalen formst und sanft Deine Augen damit bedeckst – bleib innerlich sanft und friedlich – öffne die  Augen in die Dunkelheit der Hände, ziehe die Hände langsam weg und beginne, den Körper zu bewegen und ihn in eine bequeme Haltung zu bringen.

Und so übe vom Objekt der Konzentration zu dem Subjekt, das sich auf das Mantra konzentriert und von dort in das reine wache Wahrnehmen des reinen Seins zu gelangen. Objekt und Subjekt lösen sich auf im reinen Sein.

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

 

Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

Am 10. September erstrahlt der Herbstvollmond und beendet die Sommerzeit. Lasst uns alle von 21 bis 22 Uhr still werden, jede auf ihrem Platz.

In dieser Stunde möchte ich gemeinsam mit euch über die Worte von Marshall Rosenberg, der die gewaltfreie Kommunikation entwickelt hat und diesen Text 1970 schrieb, kontemplieren. Es ist an der Zeit, dass wir uns auf uns selbst besinnen und Empathie für unsere Mitmenschen entwickeln, von denen so viele in seelischer Not verweilen: Weiterlesen