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Von Michael Nickel

Tja, was soll man angesichts der Weltsituation sagen? Wir sind weiter von der Utopie des Weltfriedens entfernt als jemals in den letzten 35 Jahren. Wer mich kennt weiß, dass ich als alter Idealist eigentlich seit meiner Kindheit davon träume. Wer mich nicht kennt, aber meine Gedankenfutter hin und wieder gelesen hat, kann das vielleicht erahnen. Manche, die mich wirklich gut kennen, werden dabei vielleicht schmunzeln, weil ich seit über einem Jahrzehnt auf die Frage „Was wünscht Du Dir zu Weihnachten?“ ganz oft genau das gesagt habe: „Weltfrieden“.

Nun, es ist mir klar, dass Weltfrieden eine Utopie ist, welche die Menschheit nie erreichen wird. Wir haben ja jahrzehntelang in einem relativen Frieden in Europa gelebt, aber auf der Welt gab es seit Anbeginn der Aufzeichnung der Geschichte der Menschheit keinen einzigen Tag ohne kriegerische Auseinandersetzung. Ich habe mich eingänglich mit dem Thema beschäftigt, als ich vor einigen Tagen ein Vorwort  geschrieben habe, nämlich das zur deutschen Erstausgabe des Buches „Warum wir kämpfen – Yoga-Weisheit zu Krieg und Frieden: Inspirationen und achtsame Übungen für Gewaltlosigkeit, Mitgefühl und anhaltenden Frieden in deinem Umfeld und der Welt“ von meinem geliebten Lehrer Panditji. Die Statistiken zeigen klar: Krieg ist allgegenwärtig und immer da.  Wenn wir also manchmal im Gefühl des großflächigen Friedens gelebt haben, dann ist das rein subjektiv.

Wo kommt unser Gefühl von Frieden her?

Die Frage ist also, wo kommt letztlich das Gefühl von Frieden her? Ihr ahnt es schon, was die Yogaphilosophie dazu sagt: Frieden ist etwas, das wir im inneren finden und wenn wir uns mit und an diesem inneren Gefühl von Frieden in Yoga-, Atem- und Meditationsübungen sättigen, dann passiert etwas interessantes. Wenn wir uns immer und immer wieder mit diesem Gefühl verbinden, dann beginnen wir Frieden und Posititvität in unsere Umgebung auszustrahlen.

Und diese friedliche und positive Ausstrahlung ist irgendwie ansteckend. Sie trägt sich weiter … – Was bekommen wir dann also? – Wir bekommen eine kleine Blase des Friedens um uns herum. Das hört sich nun vielleicht an wie „vor der Welt weglaufen“ oder „den Kopf in den Sand stecken“. Das ist es aber nicht! Im Gegenteil. In dieser Atmosphäre des Friedens und der Positivität im kleineren sozialen Umfeld, findet man ganz von alleine eine konstruktive Kommunikation, die Raum schafft für das Verständnis der Bedürfnisse von anderen. Letztlich fehlt ja genau das im „Unfrieden“: das Verständnis für die Bedürfnisse des Gegenübers. Das ist im Zwischenmenschlichen nicht anders wie in der Weltpolitik.

Der Weg zum Weltfrieden fängt also genau da an: in unseren kleinen Blasen. Und je mehr Blasen da sind um so größer werden die Gesamtblasen. Wir können also vielleicht nicht die Geschehnisse in  der Ukraine ändern und wir können auch nicht dem Herrn im Kreml etwas von unserer friedvollen Blase zukommen lassen – aber wir können mit unserem Friedvoll-Sein zumindest dazu beitragen, dass unsere Demokratie in Deutschland weiter funktioniert.

Auch im Konflikt den Gegenüber im Herzen behalten

Friedvoll-Sein heißt nun nicht, völlig passiv zu sein. Es heißt auch nicht, keine kritischen Dinge mehr anzusprechen. Es heißt auch nicht, aufzugeben, um etwas zu kämpfen. Es heißt jedoch, den ehrlichen Respekt vor unseren Mitmenschen zu bewahren. Ein bekannter Meister – Neem Karoli Baba – hat es einmal ungefähr so ausgedrückt: Es kann sein, dass man in eine Situation kommt, in der das einzige Mittel ist, jemanden mit deutlichen Worten zurechtzuweisen. Dann muss es geschehen. Man darf jedoch sein Gegenüber dabei niemals aus dem eigenen Herzen verbannen!

Wenn es nur so einfach wäre! Unsere Gegenüber jederzeit mit Liebe und Respekt zu behandeln. Da kommen wir wieder zurück zu dem, wo unsere Friedensblase her kommt: aus unserem inneren Kern, der ein völliger Ruhepol der Leichtigkeit im positiven Sein ist. In diesen Ruhepol kehren wir Menschen immer und immer wieder zurück, ob wir es wollen oder nicht, ob wir es merken oder nicht – für kurze Momente im Wachsein und für längere Perioden im Tiefschlaf. Ohne dies könnten wir nicht lange leben. Wir würden regelrecht psychisch und emotional vertrocknen. Warum also diese Quelle nicht regelmäßiger und bewusster anzapfen? Genau das ist die Idee von Yoga, insbesondere der Techniken, die in die Meditation oder ins Yoga Nidra führen.

Friedensaktivist werden – anders als Du denkst

Was lernen wir also daraus? – Wir müssen aktiv werden, wenn wir uns Frieden wünschen. Aber vielleicht nicht ganz so, wie Du zunächst denkst: Demonstrationen gegen Krieg sind ganz ok – Demonstrationen für Frieden wären besser! Doch am besten wäre es wohl, etwas in uns zu finden, das uns in innerem Frieden leben lässt, und das uns mit unseren Mitmenschen im Großen und Kleinen friedlich koexistieren ließe. Wir brauchen gar nicht lange suchen. Die nötigen Techniken liegen seit tausenden von Jahren auf dem Tisch. Es geht um die Techniken für die Reise nach Innen. Also lasst sie uns zum Wohle der Menschheit nutzen – „verdammt noch mal!“ möchte man ergänzen – aber das wäre vielleicht nicht so ganz friedvoll.

Also was meinst Du: Sollen wir uns gemeinsam „an die Arbeit machen?“

Herzlichst, Euer
Michael

 


Von Pandit Rajmani Tigunait

Ein Blick auf unsere gewalttätigen Tendenzen

Wenn gewaltfreie Instinkte von negativen, gewalttätigen Kräften überlagert werden, wird ein Mensch noch weitaus gefährlicher als alle Kreaturen in der Wildnis. Glücklicherweise kommt so etwas relativ selten vor – nur ein Bruchteil der Menschheit verkrüppelt die eigenen menschlichen Tugenden, indem es die gewalttätigen Tendenzen des inneren Tieres nährt. Gewalt ist eine Anomalie, und alle Gesellschaften haben Methoden, um offenkundig gewalttätige Individuen vom Rest von uns zu isolieren.

Der Mensch ist im Normalfall nicht gewalttätig. Selbst das Verletzen oder Töten unserer Feinde vermeiden wir üblicherweise. Und doch treffen andere diese Entscheidungen in unserem Namen. Die Frage ist: Wer sind diese anderen? Sind sie wirklich so anders als wir? Sind sie nicht unsere Vertreter? Als unsere Vertreter müssen sie in gewisser Weise das vertreten, was wir fühlen. In gewisser Weise sind wir alle in Gewalt verwickelt. In gewisser Weise suchen wir sie und haben Freude an ihr, sonst wären Krieg und Blutvergießen nicht so weit verbreitet.

Gewalt kann nicht abgeschafft werden, indem man jemand anderem die Schuld zuschreibt. Wir können sie nur beenden, indem wir unsere eigenen Gedanken und Gefühle durchleuchten. Wir Menschen sind Meister der Selbsttäuschung. Um nicht auf die Stimme unseres eigenen Herzens zu hören, um die Last der Schuld zu verringern und um unsere unmenschlichen Taten zu rechtfertigen, finden wir großartige und distanzierende Worte, um unser Handeln zu beschreiben. So verwenden wir beispielsweise das Wort „Opfer“, um einen verstümmelten oder getöteten Menschen zu bezeichnen. Psychologen zufolge erlauben uns solche Worte, uns mit Beschreibungen von Gewalt zu arrangieren. Die Begriffe „Kollateralschaden“ und “ Bombenteppich“ sind weitere Beispiele. Diese Begriffe werden verwendet, um die Fakten zu beschönigen, damit die Zivilbevölkerung nicht in Panik gerät und ein Ende der Gewalt fordert. Weiterlesen

Von Aradhana Petryszak

Ahimsa (Gewaltlosigkeit) – der erste und wichtigste der fünf Yamas (Selbst-Beschränkungen), die im Yoga Sutra beschrieben werden – fordert uns auf, so zu leben, dass wir keinem Lebewesen in Gedanken, Worten oder Taten Schaden zufügen. Das gilt auch für uns selbst! In seiner reinen Form ist Ahimsa der spontane Ausdruck der höchsten Form der Liebe – eine bedingungslose positive Wertschätzung für jeden und alles.

Wenn unser Leben gut läuft, scheint es leicht zu sein, Ahimsa zu praktizieren. Aber wenn sich Stress und Angst auftürmen, verflüchtigen sich unsere besten Absichten, wie ich vor vielen Jahren auf dramatische Weise erfahren habe. Eines Tages, als ich frisch verheiratet war, wurde mein Mann wütend und nannte mich dumm. Ich wurde so wütend, dass ich rot sah und den Sinn für alles um mich herum verlor. Blind griff ich nach dem erstbesten Gegenstand, der mir in die Hände fiel (in diesem Fall ein Buch mit festem Einband) und warf es ihm an den Kopf. Zum Glück hat er sich geduckt. Es dauerte einen Moment, nachdem das Buch gegen die Wand geknallt war, bis ich wieder zu mir kam und mir bewusst wurde, dass ich es geworfen hatte. Als ich wieder normal atmen konnte, war ich fassungslos. Schließlich praktizierte ich Yoga und griff nicht einfach Leute an. Nachdem ich eine Weile darüber nachgedacht hatte, kam ich zu dem Schluss, dass ich die verrückte Art und Weise, wie mein Mann mit mir sprach, nicht ändern konnte, aber ich konnte die Art und Weise ändern, wie ich reagierte.

Indem wir unsere gewohnheitsmäßigen Reaktionen und ihre Folgen beobachten, können wir lernen, innezuhalten, durchzuatmen und uns neu zu orientieren.

Nach diesem Vorfall begann ich zu beobachten, was passierte, wenn mein Temperament aufflammte, und erkannte, dass ich mir selbst als Erstes Schaden zufügte. Ich merkte, wie sich alles – mein Körper, mein Atem, meine Gedanken – verkrampfte und unruhig wurde. Ich verlor meine Mitte. Ich wurde ohnmächtig und Gegenstände flogen. Die Weisen sagen, dass wir zuerst in uns selbst Frieden finden müssen, um ein friedliches, harmonisches Umfeld zu Hause, am Arbeitsplatz oder in unserer Gemeinschaft zu schaffen. Das ist ein Prozess. Indem wir unsere gewohnheitsmäßigen Reaktionen und ihre Folgen beobachten, können wir lernen, innezuhalten, tief durchzuatmen und uns neu zu orientieren. Wenn wir uns zurückziehen und beobachten, können wir uns entscheiden, auf eine neue, liebevollere und akzeptierende Weise zu reagieren. Weiterlesen

Von Rolf Sovik

Eines frühen Morgens vor vielen Jahren fuhren meine Frau und ich in der Dunkelheit zum Gipfel des Cadillac Mountain in Maine. Wir fuhren zu einem Ort, von dem man uns gesagt hatte, dass wir die ersten Sonnenstrahlen an der Ostküste sehen könnten. Nachdem wir das Auto geparkt hatten, gingen wir mit der Taschenlampe zu einer offenen Fläche und ließen uns auf einer Decke nieder, um auf den Sonnenaufgang zu warten. Doch schon bald stellten wir fest, dass das Ereignis nicht so ruhig sein würde, wie wir erwartet hatten. Viele andere Sonnenanbeter umgaben uns, und Lachen und Stimmengewirr erfüllten die Dunkelheit. Auch Tabakrauch hing in der stillen Luft, und da nur wenig Platz zwischen den einzelnen Gruppen war, hörten wir den Gesprächen zu, als wären wir ein Teil von ihnen. Die Stimmen wurden immer lauter, als sich neue Leute zu den bereits Versammelten gesellten. Der Berg brummte und es schien, als würde sich der mystische Moment, den wir erwartet hatten, in eine laute Party verwandeln.

Dann geschah es. Die Sonne erschien. Lichtstrahlen brachen über den Horizont, und die Landschaft unter uns tauchte langsam aus der Dunkelheit auf. Als die Schatten der Nacht verschwanden, wurde es still um uns herum. Die Zigaretten wurden ausgedrückt, das Lachen verschwand und das Drama der Morgendämmerung spielte sich in einem Raum ab, den wir nun mit unseren Augen messen konnten. Im zunehmenden Licht wurde der Berg still, und eine heitere Stille umfing uns.

Mentales Geschnatter zum Schweigen bringen

Unser Verstand ahmt häufig die Menschenmenge auf dem Cadillac Mountain nach. Isoliert, gefangen von unseren Gewohnheiten und Sorgen, warten wir eher geistesabwesend auf das Erscheinen eines höheren geistigen Lichts. In der Zwischenzeit plappert unser Verstand weiter, unsere Gedanken werden von vorübergehenden Emotionen und Wünschen auf den Bildschirm unseres Bewusstseins geschleudert. Weiterlesen

Von Swami Rama

Wie viele tiefe, schöne und kraftvolle Künste und Wissenschaften hat auch Yoga unter der spirituellen Armut der modernen Welt gelitten – es wurde trivialisiert, verwässert oder auf Klischees reduziert. Die tiefe und ewige Essenz des Yoga wurde von cleveren Menschen falsch dargestellt und für den persönlichen Profit verpackt. Manche haben Yoga auf ein beliebiges weiteres Übungsprogramm reduziert. In anderen Zusammenhängen wurde Yoga als Kultreligion dargestellt, die „Anhänger“ anlocken soll. Um das klare und reine Konzept des Yoga ist ein derartiger Nebel der Verwirrung entstanden, dass es jetzt notwendig ist, Yoga neu zu definieren und seinen Sinn und Zweck zu klären.

Yoga definiert sich selbst als Wissenschaft, das heißt, als eine praktische, methodische und systematische Disziplin oder eine Reihe von Techniken, die das hehre Ziel haben, den Menschen zu helfen, sich ihrer wahren Natur bewusst zu werden. Das Ziel, dieses tiefste Potenzial zu erfahren, ist nicht Teil eines religiösen Prozesses. Es ist eine Erfahrungswissenschaft der Selbsterkenntnis. Religionen versuchen zu definieren, was wir glauben sollen, während eine praktische Wissenschaft wie die Meditation auf den konkreten Erfahrungen von Lehrern und Yogis beruht, die diese Techniken eingesetzt haben, um das tiefste Selbst zu erfahren. Yoga steht in keinem Widerspruch zu irgendeiner Religion und kann von allen Menschen praktiziert werden, egal ob sie sich als Agnostiker oder als Angehörige eines bestimmten Glaubens verstehen.

Yoga definiert sich selbst als Wissenschaft.

Im Laufe der Geschichte wurden yogische Techniken sowohl im Osten als auch im Westen praktiziert, daher wäre es ein Fehler, Yoga als „östlichen Import“ zu betrachten. Tatsächlich ist Yoga mit seinen kraftvollen Techniken, die ein Gefühl von innerem Frieden, Harmonie und Klarheit des Geistes schaffen, für die moderne Welt absolut relevant – sowohl im Osten als auch im Westen. Angesichts des zunehmenden Tempos und der Konflikte im modernen Leben mit all dem daraus resultierenden Stress könnte man sagen, dass Yoga zu einem überlebenswichtigen Werkzeug geworden ist, um die Kreativität und Freude in unserem Leben zu steigern. Weiterlesen

Von Rolf Sovik

Als ich ein Kind war, versammelte sich unsere Familie jedes Jahr zur Weihnachtszeit im Haus einer Großtante. Tante Anna, eine Frau mit einem warmen Herzen, liebte es, an den Weihnachtsfeiertagen die Freuden ihrer Küche mit uns zu teilen, doch für uns Kinder war der Höhepunkt des Abends die Angelpartie im Haus. Nachdem der Nachtisch serviert und genug Kaffee verteilt worden war, um den norwegischen Heißhunger zu stillen, stocherte jedes Kind abwechselnd mit einer Angelrute aus Bambus in einer Decke, die in einem Türrahmen hing. An der Angelrute war eine Schnur befestigt und am Ende der Schnur eine Sicherheitsnadel. Ein Kind nach dem anderen hielt die Angelrute, während die Nadel an einem speziell ausgewählten Geschenk befestigt wurde – ein Preis, der erst nach einigem spielerischen Heben und Ziehen an der Schnur zum Vorschein kam.

Das Bemühen um Frieden ist eine Notwendigkeit im Leben.

Wenn es an der Zeit war, sich zum Angeln zu versammeln, liefen die Emotionen oft aus dem Ruder. Alle Kinder rannten, um einen Platz in der Nähe der Tür zu ergattern. Die Kleinen weinten, weil sie aus dem Weg gestoßen wurden, und die älteren Jungen versuchten spielerisch, einen Blick hinter den Vorhang zu werfen – und verkündeten der aufgeregten Gruppe lautstark ihre Entdeckungen. In diesem Moment schritten die Erwachsenen ein, um Frieden zu stiften und verletzte Gefühle zu besänftigen: Ein Onkel mit einer klangvollen Stimme rief den Raum wieder zur Ordnung; kleine Kinder bekamen einen Platz in der ersten Reihe, und die größeren Kinder wurden nach hinten gestellt. Wir wurden alle daran erinnert, uns ruhig zu verhalten, um die Fische nicht zu erschrecken – ein Ratschlag, der die Aufregung immer wieder beruhigte. Nach einer auffallend lauten Ansage des Namens des ersten Anglers (wegen des schlechten Gehörs hatte der Teich gelegentlich das falsche Geschenk hervorgebracht, was zu einigen heiklen Verhandlungen führte), begann das Angeln.

Shanti Patha

Das Bemühen um Frieden ist eine Notwendigkeit im Leben – nicht nur, um eine lärmende Versammlung zu beruhigen, sondern auch, um uns selbst zu beruhigen, auf einer subtileren Ebene. Ein von Herzen kommender Ruf nach Frieden ist ein mächtiges Mittel, um Ordnung und Sinn wiederherzustellen. Er beruhigt die Aufregung, stärkt unsere innere Entschlossenheit und fördert das Gefühl der Leichtigkeit, das es uns ermöglicht, unsere Handlungen gekonnt auszuführen. Um sinnvoll zu sein, benötigt der Ruf nach Frieden jedoch ein gewisses Maß an innerer Stärke und Autorität. Wenn wir nicht erkennen, wie es sich anfühlt, wenn uns der Frieden entgleitet – und dann wieder angemahnt wird – wird die Bitte um Frieden zu einem leeren Ritual. Weiterlesen

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

Am 18. März erstrahlt der Vollmond am Himmel und heißt den kommenden Frühling willkommen. Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und den folgenden Text kontemplieren:

In den Yoga Sutras steht:

Es gibt einen ganz einfachen Weg in die Freiheit und zur Befreiung von allem, was uns belastet, bedrückt und behindert zu gelangen, und das ist die Pflege der Anwesenheit Gottes in jedem Lebensaugenblick.

Die Anwesenheit Gottes in jedem Lebensaugenblick zu pflegen, gelingt durch die ununterbrochene Wiederholung des Mantras oder eines Gebetes, die das Göttliche der Geistigen Welt repräsentieren. Die Kraft des stillen Gebetes ist unvorstellbar mächtig.

Es tut mir in der Seele weh, zuschauen zu müssen und nur zu können, wie in der Ukraine Kinder, Mütter und Väter, Freunde und Bekannte brutal erschossen werden, hungern, frieren und nicht das Notwendigste zum Leben haben. Weiterlesen

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

am Mittwoch, den 16. Februar, erstrahlt der letzte Wintervollmond am bisher sehr trüben Himmel. Lasst uns alle von 21 bis 22 Uhr still werden und die folgenden Gedanken kontemplieren:

Der erste Friede, der wichtigste, ist der,
welcher in die Seelen der Menschen einzieht,
wenn sie ihre Verwandtschaft,
ihre Harmonie mit dem Universum einsehen und wissen,
dass im Mittelpunkt der Welt das große Geheimnis wohnt
und dass diese Mitte tatsächlich überall ist.
Sie ist in Jedem von uns – dies ist der wirkliche Friede,
alle anderen sind lediglich Spiegelungen davon.
Der zweite Friede ist der,
welcher zwischen Einzelnen geschlossen wird
und der dritte ist der zwischen Völkern.
Aber vor allem sollt ihr sehen,
dass es nie Frieden zwischen Völkern geben kann,
wenn nicht der erste Frieden vorhanden ist,
der, wie ich schon sagte,
innerhalb der Menschenseelen wohnt.

Hehaka Sapa (Black Elk)

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Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

am 18. Januar leuchtet der Januarvollmond am Winterhimmel. Die Coronazeiten halten uns mit verschiedenen Viren in Atem. Manch einer besteht auf seiner persönlichen Freiheit und wehrt sich gegen sinnvolle Maßnahmen, manch eine hat Angst, was wohl jeder verstehen kann und vielen bemühen sich, sich und die Gemeinschaft zu schützen. Immer mehr gewinnt die Definition der Freiheit – „Freiheit erlangt man durch Verzicht!“ – an Bedeutung.

Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden und über die folgende Geschichte kontemplieren, deren Verfasserin unbekannt ist:

Eine Engelsgeschichte

Es war einmal ein kleiner Engel im Himmel, der die Menschen mit solcher Nähe und Zärtlichkeit begleitete, dass er den unwiderstehlichen Wunsch empfand, nicht nur mit seinem Flügeln über die Erde zu schweben und schützend die Menschen zu achten, sondern er wollte selbst auf ihren Strassen gehen, einer von ihnen werden.

Eines Tages sah er auf der Erde eine eben erblühte Mohnblume. Da schien dem kleinen Engel, als habe er im Himmel noch nie ein solches Rot empfunden und seine Sehnsucht, zur Erde zu gehören, wuchs.

So trat er vor Gottes Angesicht und bat: “Lass mich auf die Erde, lass mich ein Mensch unter Menschen werden.“ Da trat ein erhabener, weiser Engel dazu und sagte: „Weißt du auch, dass es auf der Erde nicht nur Sonne und Blumen gibt? Es gibt Stürme und Unwetter und allerlei Ungemütliches.“ „Ja“, erwiderte der kleine Engel, “das weiß ich. Doch sah ich auch einen Menschen, der hatte die Kraft, einen großen Schirm aufzuspannen, so dass zwei Menschen darunter Platz hatten. Es schien mir, den Beiden könnte kein Unwetter etwas anhaben.“ Weiterlesen

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

Am 19. Dezember erstrahlt der Wintervollmond zur Weihnachtszeit. Um 21 Uhr werden weltweit viele Menschen für eine Stunde still werden und sich gemeinsam, obwohl voneinander entfernt, mit der inneren Bedeutung des Weihnachtsfestes auseinandersetzen. Angelus Selesius schrieb im Mittelalter:

Und wäre Christus 1000-mal geboren und nicht in Dir, Du wärest ewiglich verloren.
Das Kreuz von Golgatha kann Dich nicht von dem Bösen, wenn es nicht auch in Dir errichtet wird, erlösen.

Der erste Teil des Zitates bezieht sich auf das Weihnachtsfest und der 2. Teil auf die innere Bedeutung des Osterfestes. Beide jedoch
verweisen darauf, dass die Feste lediglich äußere Symbole und Erinnerungen für einen inneren Prozess im Menschen sind. Nur wenn der Mensch innerlich durch Schulung und Übung erlebt, dass sich ihm im Angesicht seiner dunkelsten Seiten, zur dunkelsten Stunde, am dunkelsten Tag im Jahresverlauf ein Licht offenbart, das das Eigentliche des Menschen, das Innerste seines Wesens ist, nur dann beginnt er, das Weihnachtsfest wirklich zu verstehen.

Die Naturwissenschaft trifft Feststellungen über Tatsachen, die in der Vergangenheit liegen, analysiert diese und projiziert ihre Ergebnisse auf die Zukunft. Das Leben jedoch findet in der Gegenwart statt.

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