Schlagwortarchiv für: Hingabe

Lesedauer 6 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Ihr Lieben,

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und der Herbst beginnt seine Blütenpracht, seine Früchte und herrlichen Gaben zu offenbaren. Lasst uns am Sonntag, den 7. September 2025 von 21 bis 22 Uhr still werden.  Das folgende Gebet und die folgende Kontemplation lass auf Dich wirken und betrachte einmal die Wirkung auf Deinen Geist in stiller Beschaulichkeit:

Gebet

Wann immer Du den Wunsch nach einem Gebet verspürst, sollte es vom Herzen aus geschehen in der Sprache der Liebe mit der eine Mutter oder ein Vater zu einem neugeborenen Kind spricht. Sie muss nicht grammatisch korrekt, strukturiert und formal perfekt sein:  Ernsthaftigkeit ist das Geheimnis.

Unmittelbar vor der Meditation solltest Du einen spontanen Segen aussprechen, um den Geist der Göttlichen Realität in Dein Bewusstsein einzuladen.

Das Folgende ist als spirituelle Nahrung für Deine Gedanken gedacht:

O Herr des Lebens, der Du in mir ruhst, der mir das Licht gibt, damit ich sehen kann, der mir die Kraft gibt, zu hören, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen, zu denken und zu analysieren, der mir die Energie schenkt in dieser äußeren Welt zu gehen und Aufgaben zu erledigen, O Zentrum der Kraft in mir, gib mir Kraft direkt von Dir — Du bist meine einzige Kraftquelle.

O Mutter, O Du innen Ruhende, Licht des Lichtes, Heilige der Heiligen, demütig bitte ich um Deine Gegenwart, um zu mir zu kommen und mich in meiner Meditation und Übungspraxis zu führen.
Lehre mich, das Angenehme und Unangenehme mit Gelassenheit zu tragen, zu erinnern, dass Du der Ursprung von allem bist, dass alles hier für mich da ist, um gebraucht und genossen zu werden und nicht, um es zu besitzen oder dadurch besessen zu werden.

O helft mir, meinen Geist, Körper und meine Sinne zu reinigen, so, dass ich ein Instrument für die Liebe, die Vergebung und das Mitgefühl werden kann, um euren Willen auszuüben, selbst im Gewahrsein meiner Vorlieben und Ablehnungen.

O ihr im Innern Ruhende; obwohl ich an den Attraktionen und Versuchungen dieser materiellen Welt hänge sehne ich mich danach, alles Dir hinzugeben: Ich gebe Dir den Atem, den Körper, den Geist und die Sinne hin. Ich gebe Dir jedes Konzept von „ich, mir und meins“ hin. Ich gebe Dir alle Furcht, Wut und selbstsüchtigen Wünsche hin. Ich gebe Dir die Unwissenheit des Getrenntseins und die Illusion des Tuenden hin. Auf dem Altar der Hingabe will ich Dir meine Erwartungen, Vorahnungen, Neigungen, meine Urteile, Schlussfolgerungen und Meinungen hingeben jeden Gedanken, jedes Wort, jede Tat.

Dieses Opfer bringe ich liebevoll, bescheiden und ernst dar und bete, dass Du das Opfer im Feuer Deines Lichtes aufnehmen mögest, dass Du mich von der Unwissenheit zur Weisheit, von der Dunkelheit ans Licht und von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit führen mögest.

O Du im Innern Ruhende, ich bete um Deine Stärke. Demütig bitte ich um Deinen Segen. Ich bete um Deinen Segen durch die Schriften, Ich bete um Deinen Segen durch die LehrerInnen, die mich das Wissen lehren. Ich bete um den Segen durch die Göttliche Realität im Innern.

Möge die Stimme und das Licht der Göttlichen Realität in mir in meinem Bewusstsein wachsen. Segne mich mit Ohren zu hören, mit Augen zu sehen zu allen Zeiten und in allen Beziehungen, so dass ich aus vollem Glauben in diesem Leben erklären kann: „ Ich und mein Vater sind eins.“

Kontemplation

Sitze in Deiner Meditationshaltung mit geradem Rücken, Nacken und Kopf. Lass Deinen Körper ruhig, stabil und absolut still werden.

Mit einer einfachen, langen Ausatmung wandere durch Deinen Körper vom Kopf bis zu den Zehen und entspanne jede Spannung, in den Muskelgruppen. Mit der Ausatmung lass jede Spannung herausströmen.

Lass die Atmung zur Zwerchfellatmung werden, verbunden mit allem.
Ruhig … tief … langsam … sanft … gleichmäßig und beständig, ununterbrochen fließend …
Beobachte, wie die Atmung durch den ganzen Körper fließt vom Kopf bis zu den Zehen und von den Zehen bis zum Kopf.

Empfinde nun das Energiefeld des Körpers …
Fühle die Lebendigkeit des Körpers …
Dieses Feld ist eine Öffnung zu der Inneren Präsenz …

Werde eins mit und absorbiere die Lebendigkeit, die Energie dieser Lebendigkeit.

Wenn Dein Guru Mantra auftaucht lass es einfach schwingen, lass es ununterbrochen pulsieren im Hintergrund während Du Dich entspannst und lass es Dich tiefer in die Stille, in das reine Schweigen führen.

Ein Schweigen, das absolut still ist…
Ein Schweigen, das eine Bewusstseins-Gegenwart ist … eine Gegenwart, die nur als  DAS bezeichnet werden kann.
So, als wäre der ganze unendliche Raum lebendig und sich seiner selbst bewusst …
So, als wäre der Raum in einem Zimmer reines Bewusstsein, reine bewusste Gegenwart, in sich enthaltend alle Inhalte des Raumes und bleibt doch unberührt durch ihre Gegenwart …
Genauso ist die Gesamtheit des inneren Raumes reines Bewusstsein und reine Achtsamkeit, reine bewusste Gegenwart, die in sich alle Inhalte des Geistes, der Egozentrizität, des kleinen Selbst enthält und doch unberührt durch sie ist …
Ein Nichts,  ein Raum,  eine Leere aus reinem Bewusstsein…und doch ein Nichts, das etwas ist …

Volle Fülle in einem, volle Fülle in vielem,
wenn man die Fülle von der Fülle nimmt,
was übrig bleibt ist volle Fülle. —Isha Upanishad

Die Macht und die Gegenwart des ewigen JETZT

Diese Gegenwart mag erleuchtet sein von einem sanften weißen oder goldenen Licht
Und wenn der Geist still genug ist kannst Du eventuell ein ständiges Flüstern hören
Das Flüstern eines Fließens reinsten Wissens und reinster Sicherheit …
Das ist die Innere Lehre.
Die sanfte Liebkosung eines herabfließenden Segens … das ist der innere Geliebte … Liebe flüstert …

Du bist Dir vielleicht auch der feinen Klänge im rechten Ohr im Hintergrund bewusst…
Einige werden durch Licht andere durch Klang geführt.
Gedanken, Bilder oder Empfindungen können durch den inneren Raum des Geistes fließen
Lass sie wie Wolken durch den Raum des Himmels ziehen …

Die Präsenz wird zum Vordergrund, Gedanken werden nur zu einem murmelnden Hintergrund der nicht länger die Präsenz stört.
Wenn auch nur die kleinste Störung aus Deinem Geist aufsteigen will, lass sie in der Form Deines Mantras aufsteigen.
Dann lass sie wieder feiner werden und in der Stille aufgehen.
Bewege Dich so hin und her zwischen dem Pulsieren des Mantras und der Stille, um so die Präsenz zu stabilisieren …
Geh ganz auf im DAS … in der völligen Stille … im vollkommenen Schweigen im Bewusstsein
Ruhe in Shanti … im völligen Frieden … in dem Frieden, der nicht zu verstehen ist …

Lass nun Dein Mantra wieder auftauchen… Führe es sanft und langsam an die Oberfläche des Geistes … verbinde es mit der Atmung, beide fließen in den Nasenflügeln zusammen als ob sie von einem gemeinsamen Punkt im Geist aufsteigen.

ICH SUCHE DEN FRIEDEN UND NICHT MEIN RECHT

Ich wünsche euch eine erholsame stille Stunde
in liebevoller Verbundenheit

Wolfgang


Input von Wolfgang kannst Du über diese Online-Veranstaltungen auf unserem Agni Online Portal bekommen:

 

Lesedauer 3 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

 

Liebe Menschen,

am 24. Februar erstrahlt der Vollmond am azurblauen Himmel und zeigt die langsame Beendigung der Winterzeit an. Lasst uns gemeinsam, jede, jeder auf seine Weise, still werden von 21 bis 22 Uhr und die Stille als unsere wahre Natur wahrnehmen lernen.

Stell Dir einmal vor wie das erste aller Bücher entstanden ist. Es ist aus der Stille des Herzens entstanden, indem der Mensch sich selber zugehört hat, in sich hinein gelauscht hat und den Klang seiner Stille mit der enthaltenen Botschaft wahrgenommen hat. Stille ist eigentlich unsere wahre Natur.

Die Stille ist einfach. In ihr können wir unser reines Sein erleben. Sie ist die Quelle aller Objekte und aller Botschaften, die für unser Schicksal von Bedeutung sind. Deshalb sagte mein Lehrer 2 Jahre vor seinem Tod: “Von nun an unterrichte ich Dich im Schweigen, so wie es die Tradition seit Jahrtausenden macht.“

Seitdem übe ich mühelos, ohne jede Anstrengung, in die Stille zu lauschen und erlebe den Zusammenhang von der Stille, dem Schweigen und dem Zuhören.

In einer Zeit, in der sich erwachsene Menschen totschießen, weil sie einander nicht mehr zuhören können und deshalb auch nicht verstehen können, ist die Kunst des Zuhörens eine der bedeutendsten Tugenden, mit der sich die Menschheit beschäftigen sollte.

Stille und Schweigen sind heilig, sie sind Heilung. Sie sind von der Zeit unberührt und sind Meditation. Mühelos, ohne jede Anstrengung erfahren wir unser innerstes, reinstes Sein, um das sich die erste menschliche Hülle legt, die reinste Freude und Glückseligkeit.

Stille ist die Heimat jeder kreativen Aktivität, sie geht der Sprache der Musik und allen Künsten voraus.

Der oder die in der Stille Gegründete lebt in ständiger Hingabe, Dankbarkeit, in fortwährender Liebe.

Vom 23.bis zum 25. Februar werden wir uns im Online Seminar „Die Kunst des Zuhörens“ mit diesen Inhalten beschäftigen, um zu lernen, wie wir uns in Eigenverantwortung in einen beseelten, glücklichen Zustand bringen können, der unsere wahre Natur ist.

Ich wünsche euch allen eine beseelte, stille Stunde.

In liebevoller Verbundenheit

Wolfgang

 

Ankündigung Live-Online-Workshop „Die Kunst des Zuhörens“.

In der heutigen Zeit, in der Menschen Kriege führen und töten anstatt miteinander zu reden, zuzuhören und verstehen zu lernen, wird es immer bedeutsamer die Kunst des Zuhörens kennen zu lernen.

Vom 23. bis zum 25. Februar gibt Wolfgang zu diesem Thema ein online Seminar und lädt euch alle ein daran teilzunehmen. Bitte meldet euch über das Kontaktformular von Wolfgang Bischoff an.

Kosten des Seminars 400,00 € (Betrag umsatzsteuerbefreit), MLP Bank IBAN: DE31672300004015719736.

Die Güldenholm Stiftung kann euch bei der Bewältigung der Kosten großzügig unterstützen. Anfragen bitte über das Kontaktformular von Wolfgang Bischoff.

Die direkte Anmeldung (mit verschiedenen Zahlungsweisen) ist auch über das agni-online Portal möglich – Nach dem Live Workshop auch auf Abruf – Preis bei Anmeldung über Kursportal 475,00 € (399,16 € zzgl. 19% Umsatzssteuer).

Lesedauer 5 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

Am 9. Oktober 2022 erstrahlt der Herbstvollmond am azurblauen Himmel. Lasst uns gemeinsam von 21 bis 22 Uhr still werden, jede an ihrem Platz und das Phänomen der spirituellen Schulung kontemplieren.

Wir sollten beim Üben der Konzentration, Kontemplation und Meditation immer daran denken, dass, wenn wir einen Fortschritt in diesen Übungen erlangen wollen, wir drei Fortschritte im Erüben der Yamas und Niyamas, der Verhaltensvorschläge im Umgang mit Anderen und mit mir selbst machen sollten.

Das Pflegen des Wohlgefühls durch all unsere Übungen sollte immer gleichzeitig eine soziale Ausrichtung zum Wohle der Menschheit beinhalten. Jedoch beginnt dann – sobald wir uns von der Gewalt im Inneren sowie auch im Äußeren, die alle Menschen bindet, befreien, indem wir sie überwinden lernen – eine vitale Auseinandersetzung mit unserem eigenen Ego und den Neigungen, Phänomene gut oder schlecht zu finden. Wir erkennen, dass wir uns bisher immer mit unseren Handlungen und deren Früchten identifiziert haben, uns als Objekte empfunden haben und das Subjekt des gesamten Prozesses aus den Augen verloren haben. Weiterlesen

Lesedauer 5 Minuten

Von Wolfgang Bischoff

Liebe Menschen,

Am 19. Dezember erstrahlt der Wintervollmond zur Weihnachtszeit. Um 21 Uhr werden weltweit viele Menschen für eine Stunde still werden und sich gemeinsam, obwohl voneinander entfernt, mit der inneren Bedeutung des Weihnachtsfestes auseinandersetzen. Angelus Selesius schrieb im Mittelalter:

Und wäre Christus 1000-mal geboren und nicht in Dir, Du wärest ewiglich verloren.
Das Kreuz von Golgatha kann Dich nicht von dem Bösen, wenn es nicht auch in Dir errichtet wird, erlösen.

Der erste Teil des Zitates bezieht sich auf das Weihnachtsfest und der 2. Teil auf die innere Bedeutung des Osterfestes. Beide jedoch
verweisen darauf, dass die Feste lediglich äußere Symbole und Erinnerungen für einen inneren Prozess im Menschen sind. Nur wenn der Mensch innerlich durch Schulung und Übung erlebt, dass sich ihm im Angesicht seiner dunkelsten Seiten, zur dunkelsten Stunde, am dunkelsten Tag im Jahresverlauf ein Licht offenbart, das das Eigentliche des Menschen, das Innerste seines Wesens ist, nur dann beginnt er, das Weihnachtsfest wirklich zu verstehen.

Die Naturwissenschaft trifft Feststellungen über Tatsachen, die in der Vergangenheit liegen, analysiert diese und projiziert ihre Ergebnisse auf die Zukunft. Das Leben jedoch findet in der Gegenwart statt.

Weiterlesen