Schlagwortarchiv für: Shanti

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Von Rod Stryker

Ich möchte gerne eine Praxis mit dir teilen, die den Geist nutzt, um Zugang zum feinstofflichen Körper zu erhalten. Sie beginnt mit der Idee, die Intention zu nutzen, anderen zu helfen. Wenn wir jemandem helfen oder ihn heilen wollen, sollten wir uns nicht auf uns selbst verlassen. Verlasse dich stattdessen auf die Kräfte der Natur. Die Natur hat unbegrenzte Ressourcen, während unsere eigenen individuellen Ressourcen begrenzt sind. Der erste Schritt dieser Praxis besteht also darin, dein eigenes Reservoir an Frieden zu stärken und zu füllen. Der zweite Schritt besteht darin, zu lernen, wie du dieses Gefühl an eine andere Person weitergeben kannst.

Worüber wir wirklich reden, ist die Liebe zu bewegen. Bedingungslose Liebe. Und das bedeutet, dass du vielleicht nicht genau weißt, wie und was mit der Person als Ergebnis dieser Infusion von Liebe geschehen soll. Du weißt es nicht und solltest es auch nicht erzwingen. Mit anderen Worten: Du könntest feststellen, dass du eine Vorahnung davon hast, was diese Person braucht oder werden sollte. Doch das ist nicht wirklich bedingungslose Liebe. Bei diesem Angebot erlauben wir der Weisheit der Liebe selbst, durch und zu der Person zu sprechen. Weiterlesen

Lesedauer 10 Minuten

Von Rolf Sovik

Als ich ein Kind war, versammelte sich unsere Familie jedes Jahr zur Weihnachtszeit im Haus einer Großtante. Tante Anna, eine Frau mit einem warmen Herzen, liebte es, an den Weihnachtsfeiertagen die Freuden ihrer Küche mit uns zu teilen, doch für uns Kinder war der Höhepunkt des Abends die Angelpartie im Haus. Nachdem der Nachtisch serviert und genug Kaffee verteilt worden war, um den norwegischen Heißhunger zu stillen, stocherte jedes Kind abwechselnd mit einer Angelrute aus Bambus in einer Decke, die in einem Türrahmen hing. An der Angelrute war eine Schnur befestigt und am Ende der Schnur eine Sicherheitsnadel. Ein Kind nach dem anderen hielt die Angelrute, während die Nadel an einem speziell ausgewählten Geschenk befestigt wurde – ein Preis, der erst nach einigem spielerischen Heben und Ziehen an der Schnur zum Vorschein kam.

Das Bemühen um Frieden ist eine Notwendigkeit im Leben.

Wenn es an der Zeit war, sich zum Angeln zu versammeln, liefen die Emotionen oft aus dem Ruder. Alle Kinder rannten, um einen Platz in der Nähe der Tür zu ergattern. Die Kleinen weinten, weil sie aus dem Weg gestoßen wurden, und die älteren Jungen versuchten spielerisch, einen Blick hinter den Vorhang zu werfen – und verkündeten der aufgeregten Gruppe lautstark ihre Entdeckungen. In diesem Moment schritten die Erwachsenen ein, um Frieden zu stiften und verletzte Gefühle zu besänftigen: Ein Onkel mit einer klangvollen Stimme rief den Raum wieder zur Ordnung; kleine Kinder bekamen einen Platz in der ersten Reihe, und die größeren Kinder wurden nach hinten gestellt. Wir wurden alle daran erinnert, uns ruhig zu verhalten, um die Fische nicht zu erschrecken – ein Ratschlag, der die Aufregung immer wieder beruhigte. Nach einer auffallend lauten Ansage des Namens des ersten Anglers (wegen des schlechten Gehörs hatte der Teich gelegentlich das falsche Geschenk hervorgebracht, was zu einigen heiklen Verhandlungen führte), begann das Angeln.

Shanti Patha

Das Bemühen um Frieden ist eine Notwendigkeit im Leben – nicht nur, um eine lärmende Versammlung zu beruhigen, sondern auch, um uns selbst zu beruhigen, auf einer subtileren Ebene. Ein von Herzen kommender Ruf nach Frieden ist ein mächtiges Mittel, um Ordnung und Sinn wiederherzustellen. Er beruhigt die Aufregung, stärkt unsere innere Entschlossenheit und fördert das Gefühl der Leichtigkeit, das es uns ermöglicht, unsere Handlungen gekonnt auszuführen. Um sinnvoll zu sein, benötigt der Ruf nach Frieden jedoch ein gewisses Maß an innerer Stärke und Autorität. Wenn wir nicht erkennen, wie es sich anfühlt, wenn uns der Frieden entgleitet – und dann wieder angemahnt wird – wird die Bitte um Frieden zu einem leeren Ritual. Weiterlesen

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Von Michael Nickel

In herausfordernden Zeiten wie diesen suchen wir immer wieder nach Halt in innerem und äußerem Frieden. Doch was ist es eigentlich genau, wonach wir da suchen? Was ist denn Frieden? – Was sich so einfach anhört, ist bei näherer Betrachtung ziemlich komplex. Denn Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg, Gewalt, sowie äußerer und innerer Unruhe und Sorgen. Wenn wir Frieden als etwas Persönliches, Familiäres, Gesellschaftliches, Ökologisches betrachten und das persönlich definieren, was kommt dabei heraus? – In Mitteleuropa leben wir seit 75 Jahren ohne Krieg. Doch heißt das, wir leben im Frieden? Wenn ich mir die weltweite gesellschaftliche Polarisation ansehe und den laufenden Verteilungskampf um Impfstoff, der offen – und sicher noch mehr hinter den Kulissen – ausgetragen wird, dann sehe ich eher „Unfrieden“ als Frieden. Was mich als Idealist traurig werden lässt…

Doch halt, wir wären ja hier nicht im Gedankenfutter, wenn wir beim Traurig sein stehen bleiben würden. Wir kratzen also mal wieder die Kurve zum  Yoga und fragen uns, was die weitere Yoga-Philosophie zum Thema Frieden zu sagen hat. Und wenn Dir jetzt ein freudvolles dreifaches „Om Shaaanti – shaaanti – shaaanti-hiiiii!“ einfällt, sind wir zumindest schon mal bei einem herrlichen, wenn auch zugegebenermaßen etwas klischeehaften Anfang, aber eben auch noch lange nicht am Ende. Denn es gibt Schriften, die ein weit umfassenderes Verständnis von Frieden vermitteln, als es die meisten modernen Weltanschauungen zusammen auf die Waage bringen.

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