Lass Dir den Beitrag von Anisha vorlesen!

Unsere synthetische Stimme Anisha lernt ständig neue Worte für eine bessere Aussprache

Von Michael Nickel

Wie wird uns wohl der Herbst 2020 in Erinnerung bleiben? – Wie unterschiedlich dies auch sein mag, wir werden uns wohl noch lange an die Herausforderungen erinnern, vor welche uns die Corona-Pandemie persönlich, gesellschaftlich und politisch derzeit stellen. Auch wir im Agni Verlag sind nicht davon verschont geblieben: die Buchverkäufe sind über das Jahr hinweg drastisch reduziert und sie brechen bei jedem Lockdown von Neuem radikal ein. Und das, obwohl unsere Bücher durchweg genau das vermitteln, was wir in herausfordernden Zeiten am dringendsten brauchen: eine positive Weltsicht und vor allem praktische Hinweise, wie wir in die innere Ruhe finden und dann die Welt aus dieser Perspektive mit “neuen uralten” Augen betrachten. Denn die Perspektive aus unserer inneren Ruhe heraus ist die ursprünglichste Perspektive, die wir einnehmen können.

Dazu fällt mir ein Zitat meines “Lehrer-Großvaters” ein, an das ich mich in herausfordernden Zeiten trotz aller Widrigkeiten gerne halte:

Das Leben ist ein wunderbares Lied.
Öffne dein Herz und erfreue dich an seiner Melodie.
Wenn du dich auf dieses Lied eingestimmt hast,
wirst du erkennen, dass dessen Komponist
auf der Lotusblüte deines Herzens thront.

Swami Rama
(1925 – 1996)

Mir ist klar, dass es bei all den Herausforderungen, die die Pandemie mit sich bringt manchmal absurd erscheint, das folgende zum Ausdruck zu bringen. Doch wenn ich so an das Blütenmeer im Frühjahr denke, mit Flieder- und Obstbaum-Blüten, üppiger und schöner denn je und dann auch den Überfluss an Äpfeln und Birnen im Herbst auf den Obstbaumwiesen, dann wird mir eines klar: Die Natur gibt, gibt, gibt und gibt … selbst wenn wir Menschen sie Misshandeln … Aber letzteres ist ein anderes Thema für eine andere Zeit. Bleiben wir bei Swami Ramas Zitat.

Der “Lotus des Herzens” ist nicht nur ein schönes Bild, sondern auch ein “Code” in der Tradition des Yoga und auch des Buddhismus, der eine Umschreibung für unseren innersten Ruhepol darstellt. Sozusagen der Sitz unserer Seele. Oder besser der Sitz von “Atman“, was in der Yoga-Philosophie ungefähr dem entspricht, was wir im Westen Seele nennen. Du ahnst es: dies ist der “Komponist”, von dem Swami Rama oben spricht.

Individuelle Seele und Weltenseele

Ich sage bewusst “ungefähr”, denn das Konzept und Verständnis von Atman ist umfassender, als das allgemeine Verständnis des Konzeptes der Seele im Westen. Der Begriff Atman umfasst die Verbindung der individuellen Seele zum Universellen Bewusstsein – oder Brahman oder Weltenseele, wie die Yoga-Philosophie dazu sagt. Im Westen ist dieses Konzept in gewisser Weise in vielfältiger Weise ebenfalls vorhanden, jedoch meist eher versteckt, wie zum Beispiel im “Kollektiven Bewusstsein” des einflussreichen Psychoanalytikers C.G. Jung oder auch im Konzept des “Heiligen Geistes” im Christentum.

Das hört sich im ersten Moment vielleicht nach “Religion” an, ist es aber nicht, denn das Konzept von Atman-Brahman in der Yoga-Philosophie, wie auch das Konzept des Kollektiven Bewusstseins von C.G. Jung bringen lediglich zum Ausdruck, dass es einen großen Pool universeller Aspekte gibt, aus dem unser individuelles Sein schöpft. Unsere tiefste Quelle sozusagen. Natürlich kann man das “Gott” nennen, muss man aber nicht. Man kann es eben auch agnostischer oder ganz nüchtern betrachten. Legt man die Philosophie des Yoga Sutra zugrunde, dann ist dieses Brahman die Gesamtheit der Natur (Prakriti) im Verbund mit der ihr innewohnenden Intelligenz (Purusha). Was sich hier kompliziert anhört kann man auch einfach als “Das Universum” ansprechen, so wie es Hape Kerkeling in “Ich bin dann mal weg” so humorvoll tut.

Wichtiger als das Konzept ist, die Konsequenz oder noch mehr die persönliche Erfahrung, die wir daraus ziehen können. Das Konzept von Atman-Brahman, des “Kollektiven Bewusstseins” oder des “Universums” beschreibt, dass alle Menschen auf dieser Welt über einen Pool universeller Erfahrungen verbunden sind und uns aus diesem Pool “bedienen können”. Wir alle reagieren psychologisch-emotional auf bestimmte komplexe Erfahrungen gleich, ganz unabhängig von unserer Kultur und Sozialisation, Physiologie und Psychosomatik.

Womit sich unser innerer Komponist verbindet, zählt!

Was hat das nun alles damit zu tun, dass das Leben ein “wundervolles Lied” ist und unsere Seele der Komponist dieses Liedes? – Wenn wir das Zitat lesen, ohne das Konzept vom “Universum” oder der Verbindung von Atman mit Brahman zu Grunde zu legen, könnten wir meinen, dass wir selber uns Anstrengen müssen, um das “wunderbare Lied unseres Lebens” zu komponieren. Es ist jedoch genau andersherum: Weil unser individueller Komponist im Innern (Atman) mit dem universellen Komponisten (Brahman) verbunden ist, reicht es aus, unseren inneren und äußeren Blick auf das Schöne in der Welt (“dem Universum”) auszurichten und schon beginnt unser eigenes Lied im Gleichklang mit dieser universellen Schönheit zu schwingen.

“Total bekloppt!”, denkst Du jetzt? “Es gibt ja auch so viel Schlechtes und Negatives im Universum!” – Letzteres ist schon richtig! – jedenfalls teilweise – oder fast – oder eigentlich auch nicht (Aber das ist ein anderes Thema, das ein andermal weiterführe!). Schlicht kann man jedoch eines ganz kurz und knapp sagen: In welcher Tonart unser persönliches “Lied des Lebens” des Lebens schwingt und ob es überhaupt melodiös und harmonisch erklingt hängt von unserer eigenen Wahl ab: worauf richte ich mich aus? – Auf das Schöne, Positive und Konstruktive, das in unendlicher Vielfalt jederzeit vorhanden ist – oder auf das Negative und Destruktive (das vor allem menschgemacht ist, aber dazu in einem anderen Editorial mehr).

Du entscheidest, wie Dein Lied klingt

Die Entscheidung liegt ganz allein bei uns! Und das fängt schon ganz trivial damit an, ob ich beispielsweise für den TV-Abend (pardon, neudeutsch “Streaming Night”) eine Doku über die Naturwunder dieser Welt wähle oder über die Welt der Politik im Zeitalter von Covid, Trump und Co … Und es geht dabei nicht darum, die Augen vor den kritischen Themen der Welt zu verschließen, es geht um die Weisheit, zu wissen, wann wir den Fokus auf das Schöne, Erhabene, Wunderbare des Universums richten müssen und wann wir die Kraft haben, uns mit den größeren herausfordernden Aspekten  zu beschäftigen, die uns meist nicht unmittelbar betreffen.

Man kann nie zu viel von positiven Eindrücken und Gedanken haben

Zuletzt nur dies: sei Dir bewusst, was Dir gut tut! Und sei Dir bewusst, was Dir nicht gut tut! Eine persönliche Erfahrung wage ich ganz ohne zu zögern zu verallgemeinern: Wir alle haben es momentan sehr nötig, uns auf die positiven Aspekte der Welt zu besinnen – von denen es unendlich (!) viele gibt. Denn vom positiven kann man nie genug bekommen. Wir brechen niemals unter dem Überfluss an positiven Gedanken zusammen! Aber wir werden innerlich zermalmt von der Last negativer Informationen und Gedanken. Darum, um mit Swami Rama zu sprechen: stimme Dich auf das positive Lied deines Herzens ein, indem Du Dich mit dem Positiven, Schönen, Wunderbaren in der Welt verbindest!

In diesem Sinne wünsche ich Dir, dass Du trotz alle Herausforderungen diesen Herbst die Schönheit der Welt und des Lebens nicht aus den Augen verlierst, sondern ganz im Gegenteil, dass Du bei jeder Gelegenheit Aspekte findest, die ein paar wundervolle Noten zum Lied Deines Lebens hinzufügen.

Herzlichst, Dein

Michael

 

Michael Nickel, der Autor dieses Beitrags und Gründer-Verleger des Agni Verlag, bietet Yoga- und Meditations-Kurse und -Stunden, die Dich in die Ruhe führen. Alle Kursangebote von Michael laufen auch online. Siehe www.santosha-yoga.de für weitere Infos.

 

Michael Nickel
Michael Nickel

Dr. Michael Nickel ist Entrepreneur, Autor, Gründer-Verleger des Agni Verlags, Naturwissenschaftler, Berater, sowie Yoga- und Meditationslehrer. Wenn er nicht gerade die Wunder der Welt erkundet, lebt und wirkt er in Stuttgart. Sein Interesse gilt der Kunst des guten und freudvollen Lebens und allem, was damit zusammen hängt, philosophisch und praktisch. Michael ist langjähriger Schüler von Rod Stryker und der erste Parayoga Level 2 Lehrer in Europa. Er unterrichtet atemzentrierte Asana-Sequenzen (im Sinne von Viniyoga). Durch seinen Lehrer Pandit Rajmani Tigunait wurde er in den Samaya-Pfad (inneren Pfad) der Sri-Vidya-Tradition der Meister des Himalayas eingeweiht. Aus diesem Hintergrund seiner eigenen Praxis heraus unterrichtet er auch seine Meditations- und Yoga-Nidra-Stunden. Alle Stunden und Kurse mit Michael auch online: www.santosha-yoga.de

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