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Unsere synthetische Stimme Anisha lernt ständig neue Worte für eine bessere Aussprache

Von Rolf Sovik

Wie helfen uns Yoga, Meditation, Atemübungen und Entspannung dabei, zu heilen? Dies ist ein weites Thema, und wir werden es aus vielen Blickwinkeln betrachten, wenn wir uns durch diese mehrteilige Serie bewegen: Yoga als Heilkunst. Heilung ist ein Kernelement sowohl der Yoga-Philosophie als auch der Yoga-Praxis. Tatsächlich ist Heilung etwas, das wir alle anstreben, auch wenn wir es nicht immer erkennen – wir alle wollen körperlich, geistig und emotional gesund sein, und viele von uns streben auch das an, was wir Heilung auch auf der spirituellen Ebene nennen könnten.

Während wir unsere Suche nach Gesundheit und Heilung beginnen, möchte ich dich einladen, dir folgende Frage zu stellen: “Was hat mich zum Yoga gebracht und hält mich hier – hält mich auf Trab, auf der Suche, beim Lernen und Praktizieren?” Die meisten Menschen kommen zum Yoga wegen einer Art von Unbehagen, Leiden oder Schmerzen. Oft ist es eine körperliche Erkrankung, wie z.B. Arthritis oder ein steifer unterer Rücken. Es könnte sein, dass unsere Muskeln durch Stress oder einen sitzenden Lebensstil angespannt sind und wir wollen unseren Bewegungsumfang vergrößern und flexibler werden. Oder es könnten Schmerzen tieferer Natur sein – chronischer Stress, vergangene Traumata, eine gescheiterte Beziehung oder die Erkenntnis der nicht zu leugnenden Tatsache, dass wir älter werden. Ich erinnere mich lebhaft an einen Seminarteilnehmer, einen Herrn mittleren Alters, der sagte, dass er zu seiner ersten Yoga-Stunde kam, weil seine Frau ihn “an den Ohren herbeigezogen hat”, und dass er immer wieder in die Stunde kam, “weil es sich gut anfühlte”. Und ist das nicht die Wahrheit? Es fühlt sich gut an, auf vielen Ebenen. Der Punkt ist, dass viele von uns wegen etwas Körperlichem zum Yoga kommen, weil wir Erleichterung suchen – und wir bleiben für viel mehr als das.

Um mehr über Yoga als Weg der Heilung zu erfahren, wenden wir uns der Bhagavad Gita zu. Dieser Text wurde vor etwa 2.500 oder 3.000 Jahren geschrieben und hat wegen seiner Schönheit und tiefen, universellen Weisheit so lange überdauert. In der Bhagavad Gita gibt der göttliche Lehrer Krishna vier Hauptgründe an, warum Menschen zu ihm kommen (d.h. zum Yoga kommen), und Heilung ist der erste. Krishna bringt folgendes zum Ausdruck: “Unter den guten Menschen bieten mir vier verschiedene Typen ihre Liebe an.” Es ist interessant, dass er damit beginnt, “gute Menschen” zu sagen – es ist klar, dass alle diese Suchenden automatisch gute Menschen sind. Während du die folgenden vier Hauptgründe liest, warum Menschen zum Yoga kommen, überlege dir gegebenenfalls, was dich zu Beginn zum Yoga hingezogen hat.

Erstens: Heilung

Dies wird das Hauptthema unserer Diskussion sein, also werden wir immer wieder auf diesen Punkt zurückkommen und ihn erweitern, wobei wir bedenken, dass uns Schmerzen und Leiden vieler Art (physisch, emotional, mental) zum Yoga bringen. Die Menschen, die dazu inspiriert sind, Heilung im Yoga zu finden, suchen bewusst etwas Therapeutisches aus dem Yoga – die Transzendenz des Schmerzes und die Grenzen, die er verursacht – und sie glauben, dass sie es dort finden werden.

Zweitens: Persönlicher Gewinn

Es mag ein wenig merkwürdig sein, im Zusammenhang mit Yoga über persönliche Vorteile zu sprechen, aber es gibt Dinge im Leben, die uns Freude bereiten und die es wert sind, angestrebt zu werden. Eine Beförderung am Arbeitsplatz mag nicht wie ein spirituelles Ziel erscheinen, aber wenn sie uns Glück bringt oder unserer Familie und uns hilft, mehr zur Gesellschaft beizutragen, dann ist sie ein wichtiges spirituelles Element in unserem Leben. Lebensfreude hat also damit zu tun, jene Dinge in unserem Leben zu erreichen, die unser Leben voll und reich machen und ihm Bedeutung schenken. Es gibt etwas über Yoga, das sich weit über unser Meditationskissen oder unsere Asana-Matte hinaus ins Leben ausbreitet. Yoga ist grenzenlos.

Drittens: Selbstentfaltung

Viele von uns kommen zum Yoga, weil wir Weisheit auf dem Weg der Selbstentfaltung suchen. Wir sind neugierig auf unsere Lebensaufgabe – die höhere Berufung der Seele. Wir haben vielleicht erkannt (oder zumindest gespürt), dass es viel mehr im Leben gibt, als nur unsere Grundtriebe zu erfüllen, Geld zu verdienen und materielle Güter zu erwerben. Wenn wir neu priorisieren, beginnen wir darüber nachzudenken, wie sich unser eigenes Leben im Lichte unserer höheren Ziele entwickelt. Wir haben vielleicht gehört oder gelesen, dass Yoga uns Weisheit bietet, die uns in die richtige Richtung weist und Licht auf unseren Weg wirft, so dass wir zu Suchenden des wahren Wissens werden.

Viertens: Erleuchtung

Die Bhagavad Gita spricht über ein viertes Ziel des Yoga – die Domäne jener Suchenden, die bereits über die Ebene des Wissens, worum es im Leben geht, hinausgegangen sind und die nun die höchste Ebene der Verwirklichung erreichen. Schließlich brauchen wir etwas, das uns langfristig zufrieden stellt. Und Yoga bietet uns das auf jeden Fall. Die Art von Sucher, die mit diesem Ziel beginnt, ist wirklich außergewöhnlich: Selten ist der Mensch, der bereits den Schmerz überwunden hat; der mit dem zufrieden ist, was er oder sie hat; der nicht mehr begehrt und der im Licht des wahren Wissens lebt! Die meisten von uns fallen in die ersten drei Kategorien. Die Möglichkeit der Heilung und der Überwindung des Leidens zieht die überwältigende Mehrheit von uns zum Yoga.

Wenn wir die Ziele des Yoga betrachten, ist das Schöne daran, dass wir beginnen, das nächste Ziel am Horizont als erreichbar anzusehen, sobald wir auf dem Weg ein wenig Fortschritte gemacht haben. Dabei kommen wir über das hinaus, was uns zurückgehalten hat. Im nächsten Teil dieser Serie werden wir untersuchen, wie die Wege der Heilung und der Erleuchtung letztlich ein und derselbe sind.

Dieser Artikel erschien zuerst im Amrit Blog in der Wisdom Library des Himalayan Institute, USA.

Deutsche Übersetzung von Michael Nickel und Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Himalayan Institute, USA.

Rolf Sovik
Rolf Sovik

Rolf Sovik, Präsident und Spiritueller Leiter des Himalayan Institute, Doktor der Psychologie, begann 1972 sein Studium von Yoga und Meditation. Er ist Schüler von Swami Rama und Pandit Rajmani Tigunait und hat unter ihrer Anleitung die Lehren der Himalaya-Tradition erforscht. Er hat Abschlüsse in Philosophie, Musik, Östliche Studien und Klinische Psychologie. Derzeit lebt er mit seiner Frau Mary Gail am Himalayan Institute.

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